Top 10 Trends der Sicherheitsbranche 2021

Das Jahr 2020 war zwar ein sehr ungewöhnliches Jahr, es konnte den ständigen Wandel in der Sicherheitsbranche aber nicht stoppen. Einige wesentliche Umbrüche im Umgang mit Technologie haben sich sogar beschleunigt - beispielsweise die Verwendung von multimodalen Technologien, das Ineinandergreifen von Sicherheitssystemen, die Popularität von künstlicher Intelligenz und der Siegeszug von Cloud-Lösungen.

 

Diese Entwicklungen erweitern und verändern die Aufgabenstellungen der Sicherheitsbranche - beginnend beim Schutz von Menschen und Vermögenswerten reichen sie bis zur Schaffung neuer Umgebungen, die sicherer, effektiver und intelligenter sind denn je.  

 

Wir bei Hikvision haben große Hoffnungen für das bevorstehende Jahr 2021 und möchten an dieser Stelle einige vielversprechende Ideen und Gedanken teilen über die wichtigsten Trends, welche für die Sicherheitsbranche sowohl kurz- als auch langfristig möglicherweise relevant sein werden. 

 

1) Smarte Videotechnologie als Helfer in der Pandemie  

Im Angesicht von COVID-19 stehen Unternehmen vor der Frage, wie sie ihren Betrieb unter Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten wieder aufnehmen können. Smarte Videotechnologie hat enormes Potenzial gezeigt, Unternehmen in dieser Frage zu unterstützen. Mit ihr können Angestellte und Kunden geschützt und die Arbeit wieder aufgenommen werden. 

 

Mithilfe von KI können Sicherheitskameras stark frequentierte Orte überwachen, um sicherzustellen, dass Angestellte sich an unerlässliche Sicherheitsmaßnahmen halten, beispielsweise Social Distancing, die Maskenpflicht sowie Zugangskontrollen – darüber hinaus können erste Temperatur-Screening durchgeführt werden.

 

Angestellte vermeiden in dieser angespannten Situation unnötigen Kontakt zu Gegenständen, die von mehreren Personen verwendet werden. So wird der Trend hin zum System der kontaktlosen Zugangskontrolle beschleunigt, der sich bereits am Markt gezeigt hat. Zurzeit werden zahlreiche Systeme zur kontaktlosen Verifizierung - Gesichtserkennung, Handabdruckserkennung, NFC- und QR-Codes - stark gefördert.

 

2) Multidimensionale Wahrnehmung

Lange Zeit konnten Videoüberwachungssysteme nur Bilder aufnehmen - das war ihre wichtigste und einzige sensorische Kompetenz. Mit der Entwicklung und Anwendung der Smart-Sensing-Technologie sowie leistungsstärkerem Edge Computing und intelligenten Algorithmen wird die Integration von Sicherheitsgeräten sowie die Herstellung von Systemen mit mehreren Sensoren ermöglicht. Heute ist es möglich, mehrere sensorische Kompetenzen in Videokameras und -systeme zu integrieren - beispielsweise Radarerkennung, multispektrale Bilddarstellung, Luftfeuchtigkeits- und Temperaturkontrolle sowie Gasdruckerkennung. Diese Integration erweitert die sensorischen Kompetenzen dieser Videokameras und -systeme und ermöglicht durch die Sammlung und Nutzung multidimensionaler Daten eine breiter gefächerte Einsetzbarkeit.  

 

Ein zurzeit vielversprechender Ansatz ist beispielsweise die Integration von Kameras und Zentimeter- bzw. Millimeterwellen-Radartechnologie. Diese kann die Wahrnehmung über die reine Sichtweite hinaus ausweiten, sodass eine Objekterkennung sowie Bewegungsverfolgung über eine Entfernung von 100 m möglich wird. Multispektrale Bilddaten sind ein weiterer interessanter Ansatz, mit dem Kameras Informationen aus dem nichtsichtbaren Lichtspektrum erfassen können. Beispielsweise erweitert innovative Ultraviolett-Erkennung die sensorische Kompetenz von Kameras so weit, dass sogar unsichtbare elektrische Lichtbögen erfasst werden können. Diese Technologie wird vor allem im Rahmen von Sicherheitsüberprüfungen von alternden Stromnetzen eingesetzt.

 

Multidimensionale Wahrnehmungskompetenzen werden eine wesentliche Rolle dabei spielen, die Sparte der Videoüberwachung weiterzuentwickeln. Bereits jetzt steigen die Zahlen der integrierten Sicherheitsgeräte und -systeme mit multiplen Sensoren stetig an. 

 

3) Sichtbarkeit - Jederzeit und unter jeder Bedingung

Nutzer erwarten heute eine störungsfreie Funktion ihrer Videokamera, und zwar unabhängig von der Jahreszeit, dem Wetter oder gar der Tageszeit. Daher ist es unabdingbar, dass Kameras verlässlich reagieren und scharfe Aufnahmen erstellen, egal wie spät es ist, ob Tag oder Nacht, oder wie schlecht das Wetter ist.

 

Heutzutage wird in der Sicherheitsbranche bevorzugt Niedriglicht-Bildgebungstechnologie verwendet, die in dunkler Umgebung und nachts Farbaufnahmen erstellen kann. Kunden zeigen dabei eine Präferenz für Kameras, die rund um die Uhr Farbbilder produzieren. Immer mehr Frontkameras werden daher mit Niedriglicht-Bildgebungstechnologie ausgestattet, damit diese sowohl tagsüber als auch nachts Bildfarben „sehen“ und wiedergeben können. 

 

Und bei Starkregen, Schnee, Nebel, Smog oder anderen extremen Wetterbedingungen? Wie können Kameras hier eine gute Sicht gewährleisten? Sicherheitsexperten tendieren dann zum Einsatz von Wärmebildgebung, die Wärme bzw. Wärmestrahlung misst, und so Bilder aus dem jeweiligen Sichtfeld erstellt. Mit Wärmebildgebung ist das erstellte Bild weit weniger durch die Wetterbedingungen beeinträchtigt, selbst wenn die Umgebung je nach Witterung sehr dunkel sein sollte.

 

4) 5G-Technologie für 4K- und kabellose Videoüberwachung

Die 5G-Technologie wird für die Sicherheitsbranche möglicherweise große Veränderungen bringen. Die größere Bandbreite von 5G sowie ihre geringere Latenz ermöglicht die regelmäßige Übertragung von qualitativ hochwertigen Bilddateien. Zusammen mit der verbreiteten Nutzung von 4K-Kameras könnten hier neue Möglichkeiten für die Videoüberwachung entstehen.

 

Darüber hinaus wird die zuverlässige kabellose Übertragung über 5G den zurzeit kabelbasierten Markt der Videoüberwachung revolutionieren. In den bald verfügbaren 5G-Netzwerken werden sich kabellose Kameras durchsetzen und auch Edge Devices werden vermehrt remote eingesetzt werden. Diese Entwicklung wird auch den großflächigen und schnellen Einsatz von KI-Anwendungen in Edge Devices begünstigen.

 

5) Zusammenführung von mehreren Sicherheitssystemen

Wir arbeiten in einer Branche, von der die Nutzer umfassende Lösungen erwarten. Die Idee, dass sich mehrere Systeme nahtlos verknüpfen lassen und kollaborieren könnten, fasziniert viele Sicherheitsexperten seit Langem.

 

Die Vorteile einer solchen Zusammenführung von mehreren Sicherheitssystemen - darunter Systeme zur Videoüberwachung und Zugangskontrolle sowie Alarmanlagen, Brand- und Katastrophenschutzsysteme - in eine einheitliche Steuerungsplattform sind vielfältig; am offensichtlichsten sind insbesondere die Punkte Effizienz und Kosteneffektivität. Wird beispielsweise ein Alarm ausgelöst, kann ein integriertes System diesen Alarm automatisch mit den Daten der nächstplatzierten Kamera verbinden. So kann die gesamte Situation vom Überwachungszentrum aus sehr einfach beobachtet werden. Auf diese Weise muss in die Überwachung deutlich weniger Zeit und Mühe investiert werden. Außerdem - vielleicht der wichtigste Aspekt - werden Kosten gespart. Ersparnisse bei Belegschaft, Installationszeit, separaten Wartungskosten, separaten Software-Lizenzen etc. addieren sich für die Kunden zu einem attraktiven Gesamtpaket.

 

Darüber hinaus generieren die Sicherheitslösungen durch die Zusammenführung zusätzlichen Mehrwert. Bereits existierende Infrastruktur kann zukünftigen Sicherheitsbedürfnissen Rechnung tragen und diese auf derselben zentralen Plattform bedienen. 

 

6) Digitale Transformation von Unternehmen durch Videoüberwachungssysteme

Neben Sicherheit und Schutz liegt der Mehrwert von Videoüberwachungssystemen darin, dass diese Systeme Unternehmen in ihren digitalen Transformationsprozessen unterstützen und ihnen Einblicke in Entwicklungsmöglichkeiten geben. 

 

Die heutigen smarten Videoüberwachungslösungen mit KI-Analytik wurden entwickelt, um die Automation und Betriebseffizienz in diversen vertikalen Märkten zu verbessern - beispielsweise in den Bereichen Verkehr, Einzelhandel, Produktion, Bauwesen, Erziehung u.v.m. Der Einzelhandel profitiert beispielsweise von einem besseren Verständnis des Laufverkehrs in seinen Geschäften und kann mithilfe smarter Videolösungen seine Verkaufsstrategien optimieren. 

 

Diese Lösungen umfassen digitale Anzeigetafeln, auf denen Daten und Informationen von integrierten, hauseigenen Informationssystemen des Unternehmens angezeigt werden können. Betreiber können diese Systeme verwenden, um Statusmeldungen in Echtzeit zu erhalten und damit die richtigen Entscheidungen für ihre Unternehmen zu treffen.

 

Die in vielen Unternehmen stattfindende Entwicklung hin zur digitalen Transformation bietet für Sicherheitsunternehmen große Chancen, ihr Betätigungsfeld zu erweitern und eine wichtige Rolle in der Zukunft einer smarten Welt zu spielen.

 

7) Zunahme der Cloud-basierten Sicherheitslösungen

Der Trend hin zur Cloud hat sich 2020 für Unternehmen jeder Größe über die gesamte Sicherheitsbranche hinweg beschleunigt. Heute machen sich mehr Unternehmen jeder Größe kosteneffektive Clouddienste zunutzen, um ihre Flexibilität in Bezug auf Betrieb, Einsatz und Verwaltung zu erhöhen.

 

Cloud-basierte Sicherheitssysteme, die Sicherheit, Netzwerkfunktion, Speicher, Analyse und Verwaltung verbinden, erleichtern den Einsatz enorm, da keine lokalen Server und Software benötigt werden. Während Sicherheitssysteme erweitert oder reduziert werden, können Zeitverbrauch und Kosten auf diese Weise erheblich gesenkt werden.

 

Diese Lösungen sind zudem vorteilhaft für Kunden, die Betrieb und Wartung aus der Ferne betreuen, da sie über die Cloud-Infrastruktur schnell auf wichtige Sicherheitsaspekte hingewiesen werden und Ihnen jederzeit die neuesten Firmware-Versionen, Upgrades und jegliche Dienstleistungen zur Verfügung stehen.

 

8) Mehr Edge Computing, damit KI überall zur Verfügung steht

Für Sicherheitskameras steht jetzt zunehmend leistungsstarkes Edge Computing zur Verfügung und so werden immer smartere Algorithmen immer vielfältiger eingesetzt. Aufgrund dieser Entwicklung glauben wir, dass Edge Computing wahrscheinlich in nahezu allen Bereichen den Einsatz von KI ermöglichen wird.

 

So erfreuen sich auch die automatische Kennzeichenerkennung, der automatische Ereignis-Alarm, die zahlenmäßige Erfassung von Menschenmengen, die Erstellung von Heatmaps, das Erfassen von unerlaubt abgestellten Fahrzeugen, das Erkennen von Helmverwendung und eine Reihe weiterer KI-Anwendungen auf dem Sicherheitsmarkt steigender Beliebtheit. Mit vermehrtem Edge Computing und optimierten KI-Algorithmen wird es auch üblich werden, dass Überwachungskameras in naher Zukunft intelligentere Aufgaben übernehmen und so dabei helfen werden, die allgemeine Sicherheit im Alltag und die Effektivität von Datensystemen zu verbessern. 

 

9) Ökosysteme für offene KI-Anwendungen

Mit dem Einsatz von KI-Anwendungen in vielen neuen Bereichen werden auch die Marktanforderungen für KI-Algorithmen vielfältiger, auch die Nachfrage nach individueller Anpassung nimmt zu. Über die gesamte Branche hinweg beobachten wir mehr Zusammenarbeit sowie die Entstehung von neuen Ökosystemen, die zahlreiche Bedürfnisse des Marktes befriedigen.

 

Mehrere Sicherheitshersteller haben Programme initiiert, um ihre Edge Devices für KI-Anwendungen von Drittanbietern offenzuhalten. Dies hat eine größere Vielfalt an smarter Funktionalität zur Folge, während Entwicklungspartner ebenfalls von dieser Zugänglichkeit profitieren.

 

Übungsplattformen für Kunden anzubieten, auf denen diese ihre eigenen Algorithmen schreiben und trainieren können, ist in anderen Branchen bereits üblich. Diese Entwicklung zeichnet sich nun auch für den physischen Sicherheitsbereich ab. Kunden haben ein tiefergehendes Verständnis ihrer eigenen Unternehmen und die Nutzung einfach zu verwendender Plattformen gestaltet sich für sie zielführender und wirksamer. So können sie auf Basis von Geschäftsdaten sowie spezifischer Sicherheits- und Geschäftsinteressen ihre eigenen Algorithmen entwickeln.

 

10) Einfluss auf Cybersicherheit und Datenschutz

Cybersicherheit und Datenschutz stellen eine Herausforderung für die Sicherheitsbranche dar, seit erstmals Sicherheitstechnik an das Internet angeschlossen wurde. Durch die Zunahme von Cloud-basierten Lösungen und einer Reihe von innovativen Technologien wie dem Internet of Things, Big Data, 5G und KI wird dieses Netzwerk zurzeit durch Millionen von Sicherheitsgeräten und -systemen erweitert. 

 

Sicherheitstechnik und -systeme vor Cyberangriffen zu schützen und für Datensicherheit zu sorgen ist daher wichtiger denn je. Cybersicherheit wird die Branche weiterhin auf jedem Schritt der Datenverarbeitung beschäftigen - von der Generierung, Übermittlung und Speicherung von Daten über Datenanwendungen bis hin zur Löschung. 

 

Null Vertrauen” ist ein populäres Prinzip in der Cybersicherheit und kann als Inspiration für Sicherheitsunternehmen dienen, höhere Sicherheitsstandards in diesem Bereich zu entwickeln, die der Grundhaltung „Vertraue niemandem, verifiziere jeden“ entsprechen. Die Zeit wird es zeigen 

 

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Mehr zu diesen Themen oder zu Einblicken von Hikvision, die die neuesten Entwicklungen in der Sicherheit reflektieren besuchen Sie unseren Hikvision Blog.

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