So unterstützt Technologie einen Schiffskapitän in Sachen Schiffssicherheit

So unterstützt Technologie einen Schiffskapitän in Sachen Schiffssicherheit
Oktober 14, 2021
Navigational merchant officer watching keeping navigational watch on the bridge and watching ECDIS and radar

 

Im Zuge der Globalisierung und der Zunahme des weltweiten Handels werden die Verfahren im weltweiten Warentransport angepasst, um mit der Entwicklung Schritt zu halten. So sind etwa die größten Seeschiffe zwischen 2006 und 2020 um 155 % größer geworden1. Diese schwimmenden Städte sind eine eigene Welt mit spezifischen Prozessen, Kompetenzen und Anforderungen für den sicheren und effizienten Betrieb. Videotechnologie kann innovative Lösungen für verschiedene alltägliche Probleme bieten, mit denen ein Schiffskapitän konfrontiert ist, wie zum Beispiel die Schiffssicherheit.

Der Kapitän trägt die Verantwortung für das gesamte Schiff und alle Abläufe an Bord, wie etwa die Seetüchtigkeit, Sicherheit und Schutz, Frachtumschlag, Navigation, Besatzungsmanagement und die Einhaltung von Rechtsvorschriften. Der Kapitän muss alle Vorgänge im Auge behalten und trägt die letztendliche Verantwortung für sie. Je größer das Schiff ist, desto schwieriger ist diese Rolle, daher begrüßt ein Kapitän jeden Mehrwert, den intelligente Technologien bieten.

Schiffssicherheit im Hafen

Ein wichtiges Element des Schiffsbetriebs ist das Anlegen oder Festmachen. Ein 100.000-Tonnen-Frachtschiff sachte und sicher im Hafen anzulegen ist ein schwieriges Unterfangen. Auf vielen Schiffen werden heute Videokameras eingesetzt, um das ganze Schiff zu überblicken und es optimal in Position zu bringen. Eine Kamera kann eine Warnung ausgeben, wenn die Mole zu nahe kommt, etwa ein voreingestellter Abstand unterschritten wird.

Ein weiteres mögliches Problem beim Anlegen ist, dass die Anker nicht richtig halten. Kameras bieten der Brücke eine gute Sicht auf die Ankerketten, um dies zu überwachen. Dies gilt auch für Winden und Kräne, die bei einem Defekt oder „Klemmen“ den Be- oder Entladevorgang verzögern können. 

 

Wenn ein Schiff angelegt hat, können auch leicht Unbefugte an Bord gehen. Hier schafft Zutrittskontrolltechnologie Abhilfe, indem sie beispielsweise nur Personen mit einer entsprechenden Erlaubnis den Zutritt gewährt. Bei wertvoller, empfindlicher oder sogar gefährlicher Ladung ist dies sogar sehr wichtig, wenn das Schiff im Hafen liegt.

Schiffssicherheit auf See

Sobald das Schiff in See sticht, werden andere Dinge wichtig. Die Sicherheit auf See ist für einen Kapitän von äußerster Wichtigkeit; ein Feuer stellt hier die größte Gefahr dar. Ein Brand an Bord eines Schiffes kann insofern besonders gefährlich sein, als es nur begrenzten Platz gibt, wo sich Menschen in Sicherheit bringen können. Entzündliche Materialien im Laderaum sowie zahlreiche elektrische Leitungen und Generatoranlagen sind weitere Risikofaktoren, die es zu berücksichtigen gilt.

Wärmebildkameras können auf der Brücke eine Warnung auslösen, wenn die Temperatur in einem gefährdeten Bereich zu sehr ansteigt. So kann die Besatzung handeln, bevor ein Brand entsteht.

Eine weitere Bedrohung, mit der ein Kapitän in der heutigen Zeit immer rechnen muss, ist Piraterie. In Hollywood-Filmen werden Piraten zwar oft romantisierend dargestellt, doch sind sie eine echte Gefahr sowohl für die Besatzung als auch für die Fracht. Im Jahr 2020 wurden weltweit 195 Schiffe von Piraten2  angegriffen. Versicherer schätzen die Kosten aufgrund von Piraterie auf 12 Millionen Dollar im Jahr3.

Piraten benutzen oft Boote, die zu klein sind, um vom Radar erfasst zu werden. Wenn sie bei Nacht angreifen, entdeckt die Schiffsbesatzung sie erst, wenn es zu spät ist. Low-Light-Funktionen in Kameras, wie die DarkFighter-Technologie von Hikvision, können hier eine große Hilfe sein. Teils führt die Besatzung auch Patrouillen an Deck durch, um nach herannahenden Schiffen Ausschau zu halten. Nachts können sie Wärmebild-Handkameras einsetzen, um in der Dunkelheit zu sehen. Diese benötigen überhaupt kein Licht, um ein Bild zu liefern, und sind somit auch in der dunkelsten und stürmischsten Nacht hilfreich.

Viele moderne große Schiffe verfügen über eine Zitadelle für den Fall, dass sich das Entern durch Piraten nicht vermeiden lässt. Hierbei handelt es sich um einen Schutzraum, den die Besatzung im Falle eines Piratenangriffs aufsuchen kann. Auch in diesem Zusammenhang sind Videokameras auf dem Schiff sehr nützlich. Bei einem Angriff können alle Videodaten in die Zitadelle umgeleitet werden, sodass der Kapitän und die Besatzung die Situation im Blick behalten können. So können sie die Rettungskräfte besser informieren, um die Sache zu einem guten Ende zu bringen.

Zweckmäßig

Das Meer ist für Ausrüstungen eine unwirtliche Umgebung. Ein hoher Salzgehalt in der Luft, Schlagregen und starker Wind stellen eine ständige Belastung dar. Die Kameras müssen schon sehr zweckmäßig beschaffen sein, um dem standhalten zu können. Hikvision-Kameras für den Außeneinsatz auf See sind alle korrosionsbeständig und entsprechen den NEMA-Normen. Die Edelstahlgehäuse bieten Schutz vor Witterungseinflüssen, und die optionalen Scheibenwischer wirken auch bei Spritzwasser.

Ein Schiff kann gelegentlich von der Stromversorgung und Netzwerken „getrennt“ sein. Damit Beweismittel auch verfügbar sind, falls die Festplatte oder der NVR nicht ordnungsgemäß funktioniert, kann die Kamera Aufnahmen lokal auf einer SD-Karte speichern. Falls die Festplatte oder der NVR ausfällt, kann man auf die Backup-Aufzeichnungen auf der SD-Karte zurückgreifen.

Auf vielen Schiffen kommen analoge Systeme zum Einsatz, und ein Schiff komplett auf Digitaltechnologie umzurüsten ist zeit- und kostenaufwendig. Daher sind unter den Marinelösungen von Hikvision Hybridgeräte erhältlich, die sowohl mit analogen als auch mit digitalen Systemen verwendet werden können. Dies ermöglicht Flexibilität, je nachdem, ob ein Schiff gleich während der Bauphase ausgerüstet oder erst während einer Wartungsliegezeit nachgerüstet wird.

Angesichts der zunehmenden Verantwortlichkeiten, die auf den Schultern eines Schiffskapitäns lasten, kann der Einsatz intelligenter Technologie eine große Erleichterung darstellen. Wenn es darum geht, ein Schiff sicher in den Hafen zu bringen, Feuer zu vermeiden oder sogar Piraten abzuwehren, kann eine integrierte Marinelösung Gold wert sein. Mit ihr hat der Kapitän die Möglichkeit, die Sicherheit des Schiffes während des gesamten Betriebs zu überwachen.

 

1 https://unctad.org/news/bigger-ships-and-fewer-companies-two-sides-same-coin

2 https://www.statista.com/statistics/266292/number-of-pirate-attacks-worldwide-since-2006/

3 https://www.zurich.co.nz/brokers/tools-and-insights/marine-insights/insights-and-articles/price-of-piracy-12b-year-across-oceans.html

Diese Website setzt Cookies ein, um Informationen auf Ihrem Gerät zu speichern. Cookies sorgen dafür, dass unsere Website normal funktioniert, und zeigen uns, wie wir Ihre Benutzererfahrung verbessern können.
By continuing to browse the site you are agreeing to our cookie policy and privacy policy.

Kontakt
back to top
Top